3
Sep
2009

Skype - och, nöö - geschenkte Inhalte

Eigentlich wollte ich mir gerade Skype installieren. Diese nette, schicke, kleine Software, um durch die ganze Welt zu quasseln. Oder einfach nur mit ein paar Bekannten, welche man länger nicht gesehen hat.

Im Laufe einer Installation gib es immer diese Standardfragen. Stimmen Sie den AGBs (bzw. dem Skype-Endbenutzer-Lizenzvertrag) und den Datenschutzrichtlinien zu?

Hin und wieder überflieg ich diese, hin und wieder nicht. Was soll schon groß drin stehen. Ich darf nutzen, ich darf mich nicht beschweren, jeder behält seins, im Rahmen des Angebots müssen Daten verarbeitet werden. Blabla. Unspannend.

Jeder behält seins... Keine Ahnung, wieso, aber irgendwie sprang mich Punkt 3.2.4 an.

3.2.4 Lizenz: Hiermit erteilen Sie Skype eine nicht exklusive, weltweit gültige, unbefristete, unwiderrufliche, gebührenfreie, zur Unterlizenzierung berechtigte und übertragbare Lizenz zur Verwendung des Inhalts in jedem Medium in Verbindung mit den Skype-Angeboten.
Skype-Lizenzvertrag für Endnutzer (EULA)

Davor heißt es:

3.2.3 Geistiges Eigentum von Dritten: Sie versichern, dass Sie keinen Inhalt verwenden werden, der das geistige Eigentum von Dritten ist, es sei denn, der Eigentümer dieses Inhalts hat Ihnen eine entsprechende Lizenz oder Berechtigung erteilt. Ferner versichern Sie, dass Sie Skype die in Absatz 3.2.4 beschriebene Lizenz gewähren.

Das war komisch. Im Wikipedia-Eintrag stand ja viel drin. Dies nicht.

Was heißt das? Wenn ich mit einer Kollegin lache, darf Skype dieses Lachen aufnehmen und in die eigene Werbung einbringen? Bei Videotelefonie inkl. Bild? Wenn ich etwas vertrauliches bespreche, was man mangels Abhörsicherheit sowieso nicht tun sollte, aber bei der Masse und überhaupt, naja..., darf Skype das Verwerten? Wenn mir der Stein der Weisen einfällt, darf Skype ihn einfach so nutzen?

Manches dürfte rechtlich schwierig werden, für Skype. Anderes hingegen? Wo ist die Grenze? Kein gutes Gefühl.

Also googeln wir mal. Überraschend wenig Resonanz. Aber vielleicht müsste ich tiefer suchen. Alexander fanatique* Thomas hat ähnliche Befürchtungen. So ganz scheint mein Magengefühl nicht daneben zu liegen.

Danke, ich verzichte. Hab eh kein Mikrofon. Und für Textnachrichten gibt es andere Lösungen. Verschleuder sowieso schon genug Daten, da ist das mit meinem persönlichen Copyright-Management nicht vereinbar.

Skype? Ohne mich.

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16,8°C / 58% / 1001 hPa

25
Aug
2009

Preisbewußt

Und billig, ey, da stehste doch drauf... so tönte es einst aus dem Telekom-Kinospot.

Die Agentur Faktenkontor hat gefragt und bekam als Antwort: Die Deutschen achten auf den Preis, wie es im entsprechenden n-tv-Artikel heißt. Soziales Engagement ist zwar ganz nett, dem lieben Kunden an der Kasse aber schnurzpiepegal. Dazu möchte man sagen: ach?! Wer hätte das gedacht...
"Zwar begrüßen 80 Prozent der [zumindest 1.000 online befragten] Deutschen, wenn sich Firmen für ökologisches oder gesellschaftliche Belange einsetzen". "Für 80 Prozent der Kunden" sei aber "ein günstiger Preis ausschlaggebend für den Kauf".


Dabei stellt man immer häufiger fest, das gilt nicht nur für diejenigen, die nicht anders können, sondern auch für die, die nicht anders wollen. Tja, Geiz ist eben geil. Wobei man jetzt billig nicht mit günstig verwechseln sollte, denn Billig ist nur bei Euskirchen, aber das nur am Rande.

Weil Qualität 40 Cent mehr kostet, es aber chic ist im Discounter zu kaufen. Preiskampf ist ein Verdrängungswettbewerb. Und der Kunde verdrängt gerne. So bekommt man, was man zahlt. Nicht nur an der Kasse.

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22,3°C / 66% / 1010 hPa

1
Jun
2009

Schnitzel Hawaii ganz anders

Achtung, das nachfolgende Experiment ist nichts für feine Gaumen, schwache Nerven oder strenge Rezeptkocher. Lesen auf eigene Gefahr.


Die Frage, kann man Schnitzel Hawaii mit Rahmsoße ohne Schnitzel, Ananas oder Sahne zubereiten? Die Antwort: klar kann man, das nennt sich dann Mama Miracoli wäre zu trivial.

Ok, gegen das Schnitzel bewusst entschieden, stattdessen sollte es Hähnchenbrust sein. Sahne? Prinzipiell da, aber wenn schon experimentieren, dann auch richtig. Außerdem hätte ich für meine Zwecke nur einen Teil gebraucht und in nächster Zeit nicht die Gelegenheit für den Rest gehabt. Ananas... In der Tat nicht vorhanden.
Ach, und Salz brauch ich auch nicht.

Im Folgenden klingt es vielleicht gruseliger als es ist. Aber frei nach Ratatouille: jeder kann kochen...
Wenn man mutig genug ist. Fehlender Mut führt meiner Meinung nach zu den gröbsten Fehlern, aber das ist Geschmackssache.

Man nehme zwei Hähnchenbrüstchen, waschen, (legen, föhnen), trocknen, piekse und säbel an ihnen herum, bis man zufrieden ist, pfeffern und ab in die Pfanne. Hab mich für etwas Rapsöl entschieden, Olivenöl wäre mglw. zu viel des Guten. Etwas feige darf man sein.

Scharf anbraten. Außen Farbe, innen praktisch roh. So sollte man Geflügel zwar nie essen, hab ich gehört - blutig kann das Rind sein, das war es dann auch schon - aber für die folgenden Zwecke sollte es mehr nicht sein. Zweite Seite kann der Herd auf 2/3 runter gedreht werden (von Gas hab ich keine Ahnung), reicht völlig, spart Strom und ist im folgenden weniger Problematisch.

Anschließend aus der Pfanne nehmen. Im Kochbuch würde es nun heißen, warmstellen, aber das wäre Zeitverschwendung. Etwas braunen Zucker - in dem Fall hatte ich nur braunen Kandis - in die Pfanne geben, einen Moment warten und Apfelspalten hinein. Frucht muss sein und fand ich in dem Moment etwas passender als Banane.
Zudem eine Scheibe Schinken dazu, halbiert würde sich anbieten.

Einen kleinen Moment zusehen, alles drehen und raus damit. Ging die Hähnchenbrust schon schnell, ist das nun wirklich fix. Spätestens jetzt dachte ich mir, dass ich den Ofen für die Sättigungsbeilage nicht zusammen mit der Pfanne, sondern ein paar Minuten eher hätte anmachen können. Aber egal. Kommen wir zum Ablöschen.

Ein wenig musikalischen Multivitaminsaft, prinzipiell geht auch jeder andere Saft - und damit auch noch spannendere Kombinationen, aber jeder war grade offen - jedes Anbieters. Aber etwas Branding im ansonsten No-Name-Gericht kann sein.
Spätestens jetzt hätten wir den Zuckerlevel auch erreicht.

Mit etwas mehr Milch (war vermutlich 3:1 oder 4:1) auffüllen. Zur Bindung dachte ich mir etwas Käseabrieb. Jetzt hat Pizzakäse aus der Tüte weder Geschmack, noch Käse. Auch ansonsten war es ziemlich überflüssig, aber dazu später mehr.

Hähnchenbrust rein, die halbe Schinkenscheibe drüber, Äpfel drauf legen und mit Scheibenkäse fixieren. Vor dem Scheibenkäse sah das Ganze so aus.



In dem Moment fiel mir in der Kühlschranktür ein, dass ich zum Anbraten noch den Rosmarinzweig reinwerfen wollte. Aber jetzt passt er eh viel besser. Dazu noch ein paar Kräuter, hab mich für getrocknete italienische entschieden. Frisch bevorzugt, aber man kann nicht alles haben.

Zudem zwei kleine, getrocknete Chili-Schoten rein. Nicht zerbröselt, da reicht weniger. Aber so kann man sie wieder rausnehmen. Nun kann man sie auf dem Herd köchelnd ziehen lassen, oder wenn man den Backofen eh an hat, ab rein damit. Gefühlte 10 Minuten und fertig. Das sah dann so aus.



Zu dem Zeitpunkt hätte sie noch 2-3 Minuten nachziehen können. Da die Beilage aber auch noch musste, zurück in den Ofen. Dadurch wurde es vielleicht etwas trockner, aber war noch ok.

Sättigungsbeilage, das waren in dem Fall Kroketten. Mal ehrlich, wenn man weiß, dass die Soße ein Problem werden könnte, nimmt man weder Reis noch Nudeln. Geschwenkte Kartoffeln (zB in Öl und Rosmarin) wäre auch gegangen, aber wenn schon fettig, dann kann man es auch so machen. Außerdem sollte es ja ein ganz fixes Gericht sein. Zum Schälen zu faul, die passenden jungen Kartoffeln auch gar nicht im Haus.

Und tatsächlich, man ahnt es auf den Bildern schon. Die Soße war eher eine Paste. Auch wenn sie zT noch ihre flüssigen Stellen enthielt. Mehr Flüssigkeit, kein Käse. Das Fazit.

Dennoch, man mag es glauben, oder nicht, Geschmack war ok. Jetzt nicht das Highlight, dafür die Soße zu trocken, die Hähnchen vielleicht etwas zulang im Backofen (nachziehen hätte wohl gereicht). Aber da hab ich schon Schlechteres in Kantinen erlebt. Würde mir mal eine 2- geben. War ehrlich überrascht von der Kräuterpaste.
Und von den Hähnchen. Weiß gar nicht, wer da wieder die Schärfe reingebracht hat, so viel Pfeffer war es doch gar nicht gewesen.

Abschließend zum Salz: Kochschinken angebraten, mit PVC-Käse verfeinert, da kann man auf Salz schon verzichten. Spätestens jetzt hab ich mglw. meine Ahnungslosigkeit bewiesen, aber dennoch.

Gesamtfazit: schnelles Studentengericht auch für Nichtstudenten. Vielleicht nicht für das erste Date geeignet, aber wenn man mal was anderes möchte, immer eine Möglichkeit.

Mehr Mut in der Küche.

---

Anhang:

2 Personen:

2 Hähnchenbrüste
1 Scheibe Schinken
1/2 Apfel
1 Teil Saft
3 Teile Milch (keine Ahnung, insgesamt vielleicht "ein Glas" voll, alternativ Kochsahne)
keinen Analogkäse
2 Scheiben Käse (Edamer, Chester öä, in Tüten oder nicht, sollte sich nur verflüssigen)
ein paar Kräuter (in meinem Fall ein Rosmarinzweig, getrocknete Italienische und etwas selbst-eingefrorene Petersilie zur Garnitur drauflegen; bis der Teller am Platz ist, ist sie getaut)

Dazu eine Sättigungsbeilage, welche wenig Soße benötigt (Kroketten, geschwenkte Kartoffel, ...) und mglw. Salat o.ä.

Warum gibt es kein abschließendes Bild vom Gericht auf den Teller? Wildes Zubereiten ja (Kochen würde ich es nicht nennen), aber Garnieren? Liegt mir nun wirklich nicht.

(Stichwort: die geschlachtete Küche).

Nachkochen auf eigene Gefahr. Für Schäden, Verletzungen oder Lebensmittelvergiftungen wird keine Haftung übernommen.

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25,1°C / 31% / 1004 hPa

28
Mrz
2009

Eine Stunde fürs Gewissen

8.760.

8.760 Stunden hat das Jahr. 542 Milliarden kWh Strom wurden 2008 in Deutschland verbraucht, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). 10 Prozent davon für die Beleuchtung.

Heute sollen für eine Stunde alle "nicht benötigten" Lampen ausgeschaltet werden, wie es auch bei heise online heißt. Eine Stunde für die Umwelt... wohl eher für das Gewissen.

Und das ist das Problem. Als ich noch klein und putzig war, wurde mir beigebracht, nicht benötigtes Licht immer auszumachen.

"Mit der Aktion hätten Bürger die Möglichkeit, eine Botschaft zu senden, dass sie Maßnahmen gegen den Klimawandel wollen, erklärt UN-Generalsekretär Ban Ki Moon", wie es erneut bei heise heißt.

Eigentlich ist es eher wie Silvester. Man fasst sich einen guten Vorsatz und Mitte Januar ist selbst bei den Hartgesottensten nichts mehr davon übrig. Wichtig ist, wie es morgen weiter geht. Nicht nur, weil morgen in Bonn die Vorbereitungen auf die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen losgehen. Sondern auch, wie die erhoffte Milliarde Menschen, die sich an der dunklen Stunde beteiligen soll, selbst weitermacht.

"Greg Bourne, Cheforganisator der «Earth Hour» vom australischen WWF, gab zu, dass die Aktion eher Energie verbrauche anstatt zu sparen. «Es ist symbolisch. Und darum geht es», sagte er", so die Netzeitung.

Eine Stunde von 8.760. Das sind 0,01142%. Wenn man jeden Tag 5 Minuten weniger Licht benötigt als sonst, sind das 0,347%. Das sind 30 Jahre Earth Hour. Wenn man sich anschaut, wie so mancher leere Räume erleuchtet, kein Einschnitt in die Lebensqualität. Bewusster Konsum kann ja so einfach.

Mit dem offenen Kühlschrank Pinguine anlocken, im dritten Gang mit 50 die lange Straße entlang gleiten, im Winter im T-Shirt durch die Wohnung hüpfen.
Das Problem mit Symbolen ist, dass sie Symbole bleiben.

An dieser Stelle muss ich an einen Leserbrief aus der heutigen Zeitung denken, in welchem es hieß, dass wenn der Provider seine ablehnende Haltung zum freiwilligen Filtern von Kinderpornoseiten nicht überdenke, man zum nächstmöglichen Termin kündigen wolle.

Klar kann man auf die morgige, Bonner Veranstaltung warten. Man kann es aber auch mit den Ärzten halten.

---

Bonusmaterial:
Finanzkrise vs. Umweltschutz
Von jammernden Industrieverbänden in einer wechselnden Zeit und der Frage, ob man nicht doch noch ein paar Jahre so weitermachen könne wie bisher. Hat doch immer noch geklappt.

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7,9°C / 62% / 983 hPa

26
Dez
2008

Kampf um die Autobahn

Neulich irgendwo auf einer Autobahn auf einem LKW gelesen:

Bis man Äpfel per Mail verschicken kann, müssen wir uns die Straße leider noch teilen.

Es war die Heimfahrt und es war Stau. Eine unschöne Kombination, aber Stau ist immer unschön. Und zuletzt gar nicht so selten. Schuld haben weniger die LKW, meine Erfahrungen mit denen sind auch gar nicht so schlecht. Insgesamt muss ich sagen, so viele "Verrückte", wie manche meinen, sind gar nicht unterwegs. Wobei ich auch sagen muss, wenn man dann an den Feiertagen bspw. mal mit der Verwandtschaft drüber diskutiert, spricht man dann auch zumeist mit Personen, die die Autobahnen eher von den Urlaubsfahrten kennen.

Ich hingegen von dem normalen Vielpendlerverkehr. Und ich behaupte einfach mal, wer viel unterwegs ist, bekommt eine gewisse Gelassenheit. Natürlich gibt es auch ein paar wenige, die da rausfallen. Drängeln, querstellen, beim Reißverschluss dicht machen. Meiner Erfahrung nach eher Ausnahmen. Und das muss noch nicht einmal natürliche Selektion sein. Von wegen dem Auto, dem Baum und dem fehlenden Abstand dazwischen. Schnelle Fahrt und ausreichend Platz für das eigene Überleben müssen sich nicht ausschließen. Auch wenn manche es heldenhaft interpretieren. Und sich für unsterblich halten. Die Spieltheorie spricht dann von der "trembling hand". Die zitternde Hand.

Man rechnet nicht damit, dass der andere einen Fehler machen oder bei ihm einfach etwas schief gehen könnte... Zumindest bei Zweiradfahrern und Fußgängern greift hier dann auch wieder die natürliche Selektion. Die Knautschzone fängt mit dem eigenen Winterspeck an. Vielleicht daher auch der Trend zum Übergewicht. Die Überlebensreserve neu interpretiert.


Aber wer viel unterwegs ist, der tut sich den Stress einfach nicht mehr an. Auch hierbei gibt es ganz verschiedene Einflüsse.
"Ich versteh gar nicht, wie ihr im Stau so ruhig bleiben könnt, ich werd da verrückt, dass es nicht voran geht und alle um mich herum sind ganz entspannt, lesen etwas oder so"
- "Du musst verstehen, er kommt vom Land, da ist immer freie Fahrt"
-- "Naja, es bringt halt nichts. Außerdem gewöhnt man sich irgendwie dran".

Interessant ist nur, warum es zuletzt so viele Staus gab. Sicher, es wird derzeit allerorts gebuddelt wie die Weltmeister. Da braucht es kein Konjunkturprogramm, man tröpfelt von Baustelle zu Baustelle. Was aber so richtig Zeit kostet, sind die Unfälle.

Sicher, Autos sind momentan recht günstig zu haben. Aber bitte, verschrottet die alten nicht auf den Straßen. Viele Menschen werden dafür dankbar sein.
Ich bin einer davon.

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